Jugendliche auf der MEHR-Konferenz in Augsburg

Bei der MEHR-Konferenz 2020 in Augsburg. © Martin Kochalski
Bei der MEHR-Konferenz 2020 in Augsburg.

Rückblick von Bistumsjugendseelsorger Martin Kochalski

„Lobpreis ist doch noch etwas befremdlich für mich“ – so waren die ersten Eindrücke vieler Jugendlicher am Ende des ersten Abends der MEHR-Konferenz, als wir uns in unserem Quartier austauschten. Zugleich beeindruckte sie aber, dass über 12.000 vorwiegend junge Christen gekommen waren und die Messehalle in Augsburg füllten – ein Ort, wo man sonst als Katholik eher nicht betet.

Ich selbst habe vor drei Jahren zum ersten Mal diese Gebetskonferenz besucht, weil mich die Frage bewegt hatte: Wie können junge Menschen die Weite und die Kraft unseres Glaubens erfahren – unsere Gemeinden sind meist nur selten Anlaufort. Das entdecke ich mehr und mehr, wenn ich sonntags als Jugendseelsorger in verschiedenen Gemeinden unterwegs bin und den Altersdurchschnitt sehe. Schließlich wollen wir doch uns und alle mit Christus in Berührung bringen. Die MEHR-Konferenz scheint die richtigen Worte und Weise gefunden zu haben, junge Menschen anzusprechen und Impulse für ihren Glauben zu geben: Vor allem Licht, gute Technik und tiefgreifender Lobpreis, aber auch gute und lebensnahe Vorträge ermöglichen es. Dass wir die meiste Zeit des Tages im Gebet und Hören von Vorträgen verbringen, stört die wenigsten, überrascht sie eher.

Mit 28 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus unserem Bistum (in ökumenischer Verbundenheit) war ich unterwegs und möchte hier einige Jugendliche zu Wort kommen lassen, über das, was sie erlebt haben:

Ondrej (18): „Ich war überwältigt, so viele Menschen zu sehen, die mit Gott verbunden sind, eine großartige Atmosphäre. Der Lobpreis ist erstmal befremdlich für mich, aber auch schön, eine neue Art des Betens zu erleben. Hier zur Beichte zu gehen, ist mir persönlich sehr nahe gegangen.“

Feliks (18): „Mich bewegt, den Heiligen Geist hier zu spüren und diese Liebe weitergeben zu dürfen. Meine anfängliche Unsicherheit mit Lobpreis wurde mir genommen, wenn man sich einfach darauf einlässt. Meine Erwartungen wurden einfach übertroffen.“

Linus (15): „Lobpreis ist für mich, dass man sich beim Beten freuen kann – das kannte ich bislang so nicht.“

Martin (16): „Ich finde es wundervoll, wie nahe man hier Jesus kommen kann, egal auf welche Weise man betet. Diese Freude wünsche ich jedem.“

Magdalena (16): „Mich beeindruckt, wieviel Macht das Gebet hat. Vor allem in unserer Gruppe habe ich erfahren, wie viele Jugendliche Veränderungen in diesen Tagen durchgemacht haben, ich bin einfach glücklich, dass so viele berührt worden sind. Für mich ist diese Fahrt eine Gebetserhörung, darauf habe ich 2 Jahre gewartet. Endlich meine Begeisterung für Lobpreis zu teilen.“

Letztlich waren es nur vier Tage – vier Tage, in denen Gott und mein eigenes Leben im Mittelpunkt standen. Nun heißt es, wieder in den Alltag einzusteigen – aber auf einem anderen Weg, so wie die Sterndeuter erfüllt von der Krippe in ihr Land zogen. Diese Erfahrung Gottes wird die Jugendlichen in ihren Herzen weiter wachsen lassen. Ob diese Form des Lobpreises ausschlaggebend ist oder traditionelle Weisen wie die Eucharistiefeier bzw. das Rosenkranzgebet ist letztlich egal. Was zählt, ist die Haltung der Anbetung und Verehrung Gottes und wie ich heute einen Zugang dazu finden kann.

Herzlich danken möchte ich an dieser Stelle im Besonderen den Schwestern des Hl. Petrus Claver, bei denen wir in Augsburg untergekommen sind, und den zahlreichen Sponsoren, die den Jugendlichen eine wirklich günstige Fahrt ermöglicht haben. Ich freue mich auf eine Begegnung zu unserem Nachtreffen am Sonntag, 26. Januar 2020, 14-17 Uhr in der Pfarrei St. Antonius, Dresden-Löbtau.

Martin Kochalski, Bistumsjugendseelsorger

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